|
Leistungsvergleich soll Musikschulen qualitätsbewusster und effizienter machen. Bertelsmann Stiftung startet Kooperation mit dem Verband deutscher Musikschulen.
Qualitativ hochwertiger Musikunterricht ohne dabei die Ausgaben zu steigern - dies ist das Ziel eines Gemeinschaftsprojekts für Musikschulen, das die Bertelsmann Stiftung mit dem Verband deutscher Musikschulen (VdM) begonnen hat. Die Partner setzen sich dabei für Leistungsvergleiche und Qualitätsmanagement ein, beides Schlüsselelemente für die Zukunftsfähigkeit von Musikschulen. Im Januar 2000 startete das auf zwei Jahre angelegte Projekt mit drei ausgewählten Pilotvergleichsringen, in denen sich Musikschulen aus jeweils ähnlich grossen Städten zusammenschliessen.
VdM Hauptarbeitstagung mit Bundesversammlung vom 12. und 13. Mai 2000 in Magdeburg.
Qualität bedeutet auch: Kommunikation verbessern
Der VdM eröffnete Perspektiven, mit denen Musikschulen die Zukunft anpacken können. Zu den Perspektiven kommunaler Kulturpolitik zählt in hohem Masse die Qualitätssicherung der öffentlichen Musikschulen, zitierte Raimund Bartella, Hauptreferent beim Deutschen Städtetag aus den Hinweisen und Leitlinien zur Musikschule, die Ende letzten Jahres von Kulturausschuss und Präsidium des DST verabschiedet worden waren.
Sabine Haefs von der Bertelsmann Stiftung stellte das mit dem VdM auf Bundesebene begonnene Projekt Interkommunaler Leistungsvergleiche mit dem bezeichnenden Namen EduR vor. Die vier erhöhenden Kreuze der Tonart E-Dur symbolisieren den Zuwachs an Professionalität, den man auf Grundlage der Leistungsvergleiche in den vier Zieldimensionen Auftragserfüllung, Kundenorientierung, Mitarbeiterorientierung und Wirtschaftlichkeit anstrebt.
Vorstandsmitglied Burkard Fleckenstein berichtete der Bundesversammlung über den Stand eines weiteren grossen VdM-Projekts zum Qualitätsmanagement der Musikschulen: Mit dem Qualitätssystem Musikschule (QsM) hat der VdM ein TQM-System für seine Mitgliedschulen entwickelt, das auf dem sogenannten Excellence Model der EFQM (European Foundation for Quality Management) basiert. Gemeinsam mit dem Projektpartner Frey Akademie Mainz führen zur Zeit neun Musikschulen Mustereinführungen durch.
Wolfgang Schmidt-Köngernheim stellte das Projekt Gemeinsam Handeln vor, bei dem die Musikschulen die Stärkung der Corporate Identity anstreben. Mit einem höheren Grad an Identifikation steigt auch die Motivation, sich für die Optimierung der Musikschularbeit einzusetzen.
Unternehmensberater Rolf Ribbe (Sympuls, Raisdorf) löste mit seinem Impulsreferat über Mitarbeitermotivation Nachdenken und Anregungen aus zur internen Kommunikation an der Musikschule.
Dr. Michael Urselmann (Gesellschaft für Sozialmarketing, Bad Honnef) gab mit seinem Vortrag Beziehungsmarketing durch Fundraising Anlass zum Blick auf die Kommunikation der Musikschule in ihrem kommunalen Umfeld, wobei Geldsammeln und Kontaktpflege als einander bedingende Faktoren erkennbar wurden.
Emanzipation am Dirigentenpult
Hoch begabt, bienenfleissig - und in der Männerwelt weisshaariger Genies immer noch selten wie Exoten: Frauen am Dirigentenpult titelte Die Woche ihren Artikel über die Dirigentin Simone Young, die ab 2001 künstlerische Leiterin der Opera Australia sein wird.
Andrew Lloyd Webbers erfolgreichstes Musical Cats hat am 25. Juni im New Yorker Winter Garden Theater seine letzte Vorstellung am Broadway.
Der italienische Tenor Carlo Cossutta (67| starb in seiner Heimatstadt Triest. Er war insbesondere ein gefeierter Othello - so auch unter Carlos Kleiber und Sir Georg Solti - und trat an den bedeutendsten Häusern der Welt von der Met bis zur Mailänder Scala auf.
Der Regisseur und heutige Programmdirektor von SF DRS, Adrian Marthaler, wurde am New Yorker Festival in der Kategorie Innovative Musikvideos für seine filmische Umsetzung von Schuberts Unvollendeter mit der Silbermedaille ausgezeichnet.
Andreas Berger (41) übernimmt im Sommer dieses Jahres die Leitung des Stadttheaters Chur als Nachfolger von Hans Heinrich Rüegg, der dem angeschlagenen Zürcher Bernhard-Theater neue Boulevard-Qualitäten einzuimpfen sucht.
An der Frankfurter Musikmesse vom 12. bis 16. April 2000 wurde erstmals eine Sonderschau zum Thema Internet und Musik gegeben. Die Besucher konnten sich dabei über MP3 - technische Hintergründe und die rechtliche Situation - informieren sowie das Komponieren und Musizieren im Internet versuchen.
Mit einem ersten Preis im Internationalen Gesangswettbewerb Alfredo Kraus auf Gran Canaria wurden die Sopranistin Laura Alonso sowie Antonio Gandia ausgezeichnet.
Fabio Luisi, Chefdirigent des Orchestre de la Suisse Romande, gab Ende Februar sein USA-Debüt an der Spitze des New York Philharmonie Orchestra in einem Programm mit Werken von Honegger, Saint-Saens und Strawinsky.
Der frühere Luzerner Orchesterchef Olaf Henzold hat seinen Vertrag als GMD des Saarländischen Staatsorchesters bis 2003 verlängert.
Der bekannte Musikautor Cédric Dumont (Beethoven, die Geschichte eines unglücklichen glücklichen Lebens, Schubert, Wanderer zwischen den Zeiten) outete sich nun als Feinschmecker mit den Büchern Französisch für Gourmets, Italienisch für Gourmets und Kulinarisches Lexikon.
Trotz Spende der Nationallotterie von 78 Millionen Pfund (234 Millionen Mark) für die Renovierung des Royal Opera House am Covent Garden in London, hatte das Management es versäumt, sich rechtzeitig um ein geeignetes Ausweichquartier zu bemühen. Da halfen auch Starbesetzungen nichts - das Publikum blieb aus. Covent Garden erhält von der öffentlichen Hand ca. 30% seines Haushalts (deutsche Opernhäuser dagegen 80%). Der Aufsichtsrat sagte bis zur Wiedereröffnung des alten Hauses sämtliche Vorstellungen ab. Der neue (amerikanische) Manager Michael Kaiser, der bereits das American Ballet Theater vor dem Abgrund rettete, will das Royal Opera House wieder zum Blühen zu bringen.
Der Akustikexperte Russell Johnson aus New York gestaltete im finnischen Lahti die Sibelus-Halle. Damit erhält das lokale Orchester Sinfonia Lahti unter der Leitung von Osmo Vämskä, der die internationale Fachwelt mit seinem Orchester in Erstaunen versetzt, einen hervorragenden Konzertsaal.
Der gebürtige Holländer Louwrens Langevoort ist, nach Leipzig und Köln, als neuer Intendant der Staatsoper Hamburg Nachfolger von Albin Hänseroth.
Es lebe Ludwig II., der legendäre Bayernkönig - zumindest lebt er wieder, im gleichnamigen Musical, das mit pfiffigen Tanznummern und krachlederner Folklore wohl zum Kassenschlager werden wird.
Das Jazz-Festival Montreux wird diesen Sommer einen Abend zu Ehren des 1991 verstorbenen Dirty Old Man des Chansons, Serge Gainsbourg, gestalten.
|